Democratic Design Day

Von Line Numme, 17. Juni 2015

Juhui! Ich durfte nach Älmhult reisen, mitten in das «Designlabor» von Ikea. Ja, ich bin bekennender Ikea-Fan. Trotz aller wunderbar schönen und innovativen Kreationen vieler anderer namhafter Hersteller, die ich täglich zu Gesicht bekomme, hat auch der schwedische Möbelriese einen Platz in meinem Herzen.

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Marcus Engman, Head of Design von Ikea

«Democratic Design» ist nicht nur eine Floskel, sondern wird gelebt. Head of Design, Marcus Engman, ist mit seinem Team und einer mittlerweile beachtlichen Entourage von externen Gast-Designern bemüht, uns das Leben zu verschönern und zu vereinfachen.

Die «Magische Formel» lautet:

Form + Funktion + Qualität + Nachhaltigkeit + kleiner Preis = Democratic Design

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Im Herzen von Ikea of Sweden, Ikeas Design-Center / zu sehen: Elemente der Linie Sinnerlig von Ilse Crawford, die ab Oktober 2015 erhältlich sein wird

Die wichtigsten Ansatzpunkte für neue Produktentwicklungen, bezieht Ikea aus seiner grossen Neugier. «Wenn wir mit externen und auch namhaften Designern zusammenarbeiten, geht es vor allem ums Lernen – wir von ihnen und sie von uns», meint Marcus Engman.

Die produktive Neugier führt so weit, dass Ikea jährlich eine Studie betreibt, wie rund um die Welt gelebt wird. Dieser «Life at Home Report» liefert spannende Resultate und Einblicke in die Lebensgewohnheiten rund um den Globus, die entscheidend für die Entwicklung neuer Produkte sind.

Der aktuelle Report führte beispielsweise Folgendes zu Tage: Unsere Essgewohnheiten haben sich drastisch geändert – 52% der Befragten essen vorwiegend nicht in der Küche oder am Esstisch. Also wird darauf eingegangen, statt einfach nur weitere neue Tische und Stühle zu entwerfen. Wenn also mehr Menschen beispielsweise auf dem Sofa ihre Mahlzeiten geniessen, könnte man ensprechend praktischeres Geschirr entwickeln. Oder man führt das in früheren Zeiten im Norden beliebte «Kitchen Sofa» wieder ein.

Ausserdem existiert auch ein «Curiousity Report», der neue Tendenzen und anhaltende Trends herauskristallisiert. Einer davon ist beispielsweise dass wir uns mitten im digitalen Zeitalter immer weiter wieder in Richtung einer analogen Lebensweise bewegen. Ausserdem werden wir für unser Zuhause noch zunehmender von der Strassenkultur und von Mode inspiriert. Kein Wunder also, holt sich Marcus Engman einige der spannendsten Mode- und Textildesigner mit an Bord. Darunter Katie Eary oder Walter Van Beirendonck.

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Die Engländerin Katie Eary entwirft vor allem Männer-Fashion

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Während des DDD’s stellte Katie Eary ihre Accessoire-Linie für Ikea vor, die kommenden Frühling erhältlich sein wird

Offenheit ist ein wichtiger Punkt. Auch Ikea hat erkannt, wie wichtig es den Konsumenten heute ist, zu wissen, woher die Produkte kommen, die sie kaufen. Wie sie entstehen und was für eine Geschichte hinter ihnen steckt.

Besonders spannend ist das bei Ikea, weil das Milliarden-Unternehmen mit seiner Grösse und Reichweite wirklich Grosses produzieren, aber auch leisten kann. Die Verantwortung ist entsprechend riesig, wenn es um Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen geht. Dafür hat sich das Unternehmen vor vier Jahren den Profi Steve Howard an Bord geholt, der mit seiner umfangreichen Erfahrung u.a. als CEO für The Climate Group, ganzheitlich denken und weitgreifende Massnahmen umsetzen kann. Kleine Innovationen multipliziert mit hohen Pruduktionszahlen machen einen grossen Unterschied.

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Prototypen von Möbeln aus Papier, die voraussichtlich 2017 auf den Markt kommen werden

Die Ideen überzeugen und der Enthusiasmus der Mitarbeiter diese umzusetzen, ist im ganzen Haus spürbar. Es ist auch verblüffend, wie autonom und hierarchielos Ikea funktioniert. Wenn man nicht wüsste, dass dieser Konzern über 130000 Mitarbeiter beschäftigt, könnte man meinen, es handle sich um ein rein familiär organisiertes KMU.

Es war ein spannender Tag. Und jetzt dürfen wir ungeduldig warten, bis die neuen Kreationen in unserer Ikea-Filiale um die Ecke Einzug halten!

www.ikea.ch

 

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