Vintage-Lampen mit Geschichte

Von Claudia Müller, 29. August 2015

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Sie hängen in Zürich im Starbucks, im Hotel Soho House in Berlin oder im London Town Hotel in London. Kommen tun Sie aus der ganzen Welt. Ein neues Leben erhalten sie in Amsterdam. Dank 360volt. Klick, die Lampe brennt.

Es ist etwa ein Jahr her, als ich per Zufall das Geschäft an der Prinsengracht in Amsterdam entdeckte. Es ist ein kleiner Raum, gefüllt mit Lampen in vielen verschiedenen Grössen. Eines haben Sie alle gemein: Sie haben eine Geschichte. «Mittlerweile kommen Sie aus der ganzen Welt», erklärt mir Hilde, die zusammen mit Ihrem Partner Emile seit 2006 das Unternehmen 360volt führt.

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Vom Hobby zum Beruf

Hilde (32) und Emile (36) sind beide ausgebildete Grafikdesigner und kommen ursprünglich aus der Umgebung von Amsterdam. Das Studium brachte Sie nach Utrecht. Danach arbeiteten sie anfänglich als selbständige Grafikdesigner. «Die erste Lampe, das war die Philips HDK 250 vor zehn Jahren», erinnert sich Hilde. Im Grafikstudio hatten Hilde und Emile die Lampe hängen. Sie war ursprünglich als funktionale Lampe konzipiert und stand früher in einer Schiffswerft in Rotterdam. Nach dem sie diese auseinander genommen und «renoviert» hatten, war die Lampe wieder wie neu. Die Halterung so angepasst, dass man verschiedene Glühbirnen dafür wählen konnte. Sie hatten ihr ein neues Leben gegeben. Die Lampe fiel auf. Freunde wollten auch eine. Die Nachfrage wurde grösser, sowie der Aufwand. Bis sich die beiden entschieden, voll und ganz auf das Geschäft mit den Lampen zu setzen.

Faszination Licht

«Licht ist Form, Farbe, Gefühl», findet Emile. Als Designer sind die beiden mit Formgebung und deren Wirkung vertraut. Als wir über das Licht sprechen, wird mir bewusst, wie oft es eine Rolle spielt. Die Zahnarztpraxis, meist bekannt für ein schreckliches Licht, weil sonst der Zahnarzt auch nichts sieht. Eine Bar wird dadurch gemütlich, weil neben der Einrichtung auch das Licht stimmt. Dass die Länder im Norden sich mehr mit Licht mehr auseinandersetzen, als südliche Länder, hat wohl mit der Anzahl Sonnenstunden zu tun. So verwundert es auch nicht, dass die Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts vor allem wegen den wirkungsvollen eingesetzten Lichteffekten bekannt ist. Sie waren Meister darin, Landschaften plastisch erscheinen zu lassen.

Industrial Chic liegt im Trend

Restaurant, Bars, Hotels aber auch Geschäfte sind auf den Trend des Industrial Chics aufgesprungen. Was, wenn dieser Trend nicht mehr ist? «Die Lampen sind nicht als Modeobjekt sondern als funktionelle Lampen entworfen worden», erklärt Emile. «Sie sind zeitlos und sind qualitativ hochwertig», fügt Hilde hinzu. Jede Lampe ist ein Original, ist «ein Stück Kulturgeschichte», wie es Emile ausdrückt. Sie kommen aus der Zeit der industriellen Revolution, tragen keinen Designernamen, wie das sonst Lampen tun. Sie tragen den Namen des Ortes, wo sie standen. Den Raum mit Licht gefüllt haben alle Modelle des Geschäftes zum ersten Mal zwischen 1920 und 1960. Viele Lampen kommen aus England, Deutschland und ganz Osteuropa – aus den Regionen, in der die Industrialisierung ihre grössten Spuren hinterliess. Meist ist die Farbe der Lampe ein Indiz für die Herkunft des Landes. So sprechen die beiden beispielsweise von einem «englischen Grau». Lampen aus Frankreich sind dafür meist schwarz.

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Vor neun Jahren, als die beiden angefangen haben, interessierten sich alleine Architekten, Werber und Kreative für die Lampen. Mittlerweile ist der Trend des Industrial Chics bei der Masse angekommen.

Trotz den vielen Anbietern, die ebenfalls Lampen im selben Stil anbieten, wie beispielsweise Ikea – 360volt profitiert vom Trend. So durften Sie mit den Interieur Designern von Ralph Lauren, Rag & Bone oder Diesel zusammenarbeiten. Diese haben für ihr Geschäftskonzept auf die Lampen von 360volt gesetzt. Doch nicht nur Europa kennt die einzigartigen Vintage-Lampen. «Die meisten Lampen gehen ins Ausland», sagt Emile. Von Seattle über Singapur nach Doha in Katar – mittlerweile hat das Paar Projekte auf der ganzen Welt. Und wann entwerfen die beiden Lampen- und Lichtexperten die perfekte Lampe? «Wir sind dran, aber das braucht noch Zeit», sagt Hilde. Zurzeit haben die beiden schlichtweg zu wenig Zeit. Aber die Lampe kommt.

Tipps für die eigenen vier Wände

Als ich Hilde frage, wie ich das Licht optimal für mein Wohnzimmer nutzen soll, nimmt sie gleich ein Stück Papier hervor und fängt an zu skizzieren. «Du kannst den Raum in vier Niveaus einteilen: Boden, Unten, Mitte, Decke», erklärt sie. Mit den vier verschiedenen Höhen kann gespielt werden. Optimale Lichtverhältnisse sind dann gegeben, wenn alle vier Höhen genutzt werden. Wichtig ist immer, dass man die natürliche Lichtquelle nicht vergisst und richtig einplant. Für ein quadratisches Zimmer ist es meist einfacher die verschiedenen Lichtquellen einzuteilen als für ein rechteckiges Zimmer, da der Zwischenraum von Ecke zu Ecke grösser ist. No go’s gibt es nicht. Alles kann – wichtig ist die Funktion des Raumes. Soll es ein Arbeitsraum oder ein Wohnzimmer sein? Fragen, die natürlich die Lampenwahl stark beeinflussen.

360volt ist bei den Schweizern beliebt. Lampen werden problemlos in die Schweiz geliefert. Mehr Informationen auf www.360volt.com

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